Drei Bewährungsstrafen für „dreisten Diebstahl“

Zum Prozess erschienen gestern vor dem AG Schwäbisch Gmünd die im Januar 2018  in unserem Markt aufgefallenen Beschuldigten zum Prozess. Staatsanwalt Ralph Feile warf den fünf aus Osteuropa stammenden Männern gewerbsmäßigen Bandendiebstahl vor, nachdem zwei der Männer insgesamt 12 Flaschen Spirituosen im Gesamtwert von mehr als 300 € in unserem Markt entwendet hatten. Zwei weitere sollen den Markt vorher ausgekundschaftet haben, was jedoch von den Anwälten und auch von Richterin Julia Ocker aufgrund der kurzen Zeit, die den Männern zur Absprache zur Verfügung stand, ausgeschlossen wurde.

Da im Vorfeld unklar war, ob es sich um eine Bande im Rahmen der organisierten Kriminalität handele, wurden die fünf Männer seit Januar in verschiedenen JVAs in Baden Württemberg unter anderem in Karlsruhe, Freiburg und Stuttgart-Stammheim in Untersuchungshaft untergebracht. Da es sich bei vier der Männer um Gäste des aus Crailsheim stammenden Fünften handelte, diese aber erst wenige Tage zuvor in die Bundesrepublik einreisten und teilweise auch schon Rückflugtickets vorweisen konnten, erhärtete sich auch der Bandenverdacht im Rahmen des Prozesses nicht.

Zwei der Beschuldigten, die vorher nicht strafrechtlich aufgefallen sind, wurden frei gesprochen, zwei weitere mit Bewährungsstrafen zu 6 Monaten verurteilt mit dem Zusatz, die Bundesrepublik umgehend verlassen zu müssen. Gegen den einschlägig vorbestraften Gastgeber, dessen Asylantrag während seiner Untersuchungshaft abgelehnt wurde, sprach Richterin Julia Ocker, die die Tat als „dreisten Diebstahl“ wertete, ebenfalls eine 6 monatige Bewährungsstrafe aus sowie 50 Stunden gemeinnützige Arbeit. Ihn erwartet darüber hinaus ein weiteres Verfahren, da er mit der Beihilfe zum Diebstahl als Bewährungsbrecher in einem vorherigen Fall gilt.

Anmerkung:
Ladendiebstahl lohnt sich nicht. Früher oder später kommt alles ans Licht und die Strafen werden immer härter. Der Handel in Deutschland verzeichnete im Jahr 2016 einen Schaden von mehr als 3,4 Milliarden Euro durch Kunden-, Mitarbeiter- und Lieferantendiebstähle. Die Grenze für Bagatelldelikte ist gesunken und auch für Hehlerei stieg das Strafmaß in den letzten Jahren massiv an.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei können in unserem Markt Ladendiebstähle in sehr kurzer Zeit nachvollzogen und die Täter ermittelt werden. Die Aufklärungsquote liegt bei rund 95%. Neben dem Schadenersatz und einer Vertragsstrafe wird ein mindestens zweijähriges Hausverbot, nicht nur für unseren Markt, sondern für alle der REWE angeschlossenen Märkte ausgesprochen. Fällt der Beschuldigte in einem anderen Markt erneut auf, erwartet ihn darüber hinaus ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch.

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